life lately: april 2018

Müsste ich mich mit einem einzigen Wort beschreiben, wäre momentan wohl „rastlos“ am treffendsten. Und genau deswegen mag ich meine Life Lately Beiträge ganz gern. Denn dann bin ich zumindest einmal pro Monat für kurze Zeit quasi gezwungen, innezuhalten, um mich mit mir und meinem letzten Monat zu beschäftigen. Also, auf los geht’s los.

Im „mich mit mir beschäftigen“ bin ich nämlich alles andere als gut musste ich unlängst wieder einmal aufs Neue feststellen. Ich habs versucht, ganz ehrlich. Ich wollte reflektieren und herausfinden, was ich vom Leben erwarte und wie es mit mir weiter geht. Ich habe mich hingesetzt, nur ich, ein leeres Blatt Papier und ein Bleistift. Davor hab ich extra die Wohnung aufgeräumt und gegessen, damit ich nicht unruhig werde. Aber dennoch bin ich gescheitert. Und zwar nach genau sechs Minuten und vierzehn Sekunden. Warum ich das so genau weiß? Weil ich der Uhr beim Ticken zugeschaut habe. Ticktackticktack. Warum tickt eine Uhr eigentlich und macht nicht zikzakzikzak? Oder bimbambimbam? Und würde man dann sagen, dass eine Uhr bimt anstatt zu ticken? Vermutlich. Gedanken wie diese sind mir in den sechs Minuten und vierzehn Sekunden durch den Kopf geschwirrt. Nix mit literarischen Ergüssen, geschweige denn mit Erkenntnissen über mich und meine Zukunft.

Ich frag mich, wie mich meine Freunde ertragen, wenn ich nicht mal selbst mit mir klarkomme. Ich bin ein emotionales Wrack. Eine tickende Zeitbombe. Ein hoffnungsloser Fall. In einem Moment denke ich „Keine Panik, die Welt liegt mir zu Füßen, schließlich hab ich noch zwei Drittel meines Lebens vor mir“. Im anderen „Scheiße, ich bin nur mehr 15 Jahre lang fruchtbar“. Wenn überhaupt. Das sind gut 195 Eisprünge. Und by the way, ich bin Single und hab mir deswegen vorsorglich unlängst die Kupferkette einsetzen lassen. Too much information? Who cares.

Anstatt mich mit mir auseinanderzusetzen, hänge ich normalerweise ununterbrochen mit Freunden ab. Ich bin sogut wie nie in der Wohnung und wenn, dann zum Schlafen. Aber selbst das kommt in letzter Zeit zu kurz. In letzter Zeit hatte ich manchmal sogar Herzrasen und ein zuckendes Augenlid. Laut Google ist das auf Stress und Erschöpfung zurückzuführen. Deswegen hab ich kürzlich mit einer ziemlich guten Freundin ein verlängertes Wochenende in Neapel verbracht. Wir haben den Flug gebucht, am nächsten Tag die Unterkunft und am übernächsten Tag sind wir geflogen. Im Spontansein bin ich grad ganz gut. Wir haben La Dolce Vita vom Feinsten praktiziert und die besten Pizzerien und Eissalons der Stadt ausgekundschaftet. Einen Tag haben wir auf der Insel Procida verbracht, ein wunderschönes Fleckchen Erde. Es hat so gut getan und ich hab beschlossen, wieder öfter zu verreisen. Im Juli steht New York an. Einen ganzen Monat lang. Yolo. Ich freu mich so!

Außerdem hab ich den ganzen April über nie geweint und das ist ein ziemlicher Fortschritt. Nur ein einziges Mal, aber das war während meiner Tage. Und das gilt nicht. Ich habe mehr Sport gemacht als sonst und viel Zeit an der Sonne verbracht. Ich mag mich jeden Tag ein bisschen mehr und das ist ein gutes Gefühl. Wenn nicht sogar das Beste überhaupt.

Eigentlich ist die Welt eh ziemlich in Ordnung. Ich muss nicht immer wissen, wer ich bin, geschweige denn was ich will. Und 195 Eisprünge sind eigentlich eh noch recht viel, oder?

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