postcard from naxos

Während all meine Freundinnen in der Kindheit (wir reden uns jetzt alle bitte mal ein, dass das vor 5 Jahren oder so war) den Sommer Jahr für Jahr in Jesolo oder Bibione verbracht haben, haben meine Eltern soweit ich zurück denken kann meinen Bruder und mich gepackt (unser Nesthäkchen Viki hat’s damals ja nur in meinen Vorstellungen gegeben, nämlich dann, wenn ich mir meinen Bruder wieder einmal auf den Mond gewünscht habe, aber mehr dazu später) und sind mit uns nach Griechenland abgehauen. Ich sehe mich jetzt noch in meinem knallroten Badeanzug unterm Sonnenschirm sitzen und stundenlang Sandburgen bauen, die ich aufwändig mit Muscheln verziert habe, als gäbe es einen Preis zu gewinnen (diesen Ehrgeiz wünsche ich mir gerade für meine Magisterarbeit zurück). Nicht selten hat mein Bruder alias „klans Gfrast“ wenig später mein Werk zerstört, woraufhin ich den kleinen Simon im Sand vergraben habe und zwar kopfüber. Zum Glück haben meine Eltern immer noch rechtzeitig den damals dreijährigen nach Luft japsenden Zwerg ausgepuddelt, sonst fände ich all das jetzt mit Sicherheit nicht witzig. Abgesehen davon unternahmen wir idyllische Bootsausflüge zu einsamen Buchten (selbstverständlich ausgerüstet mit Schwimmflügerl, falls die kleine Carina auf die Idee kommen würde, den kleinen Simon den Haien im Meer zu verfüttern- doch ich schwör, im Großen und Ganzen war ich eigentlich ein ganz nettes Kind!), haben Wassermelonen verspeist, die größer waren, als ich jemals zu träumen gewagt hätte, Babyschildkröten am Straßenrand gefunden und behutsam zurück in den Sand gebracht, im Park abgemagerte Katzen gefüttert, uns vom Papa stundenlang auf der Luftmatratze im Wasser herumkutschieren lassen und abends in einer Taverne Muscheln, Fisch und Oliven schnaboliert. Ich bin von Urlauben dieser Art immer so braungebrannt zurückgekommen, dass man Monate später noch glauben hätt‘ können, ich komme direkt von einer Afrikasafari, was meine Vermutungen, ein Adoptivkind zu sein, schürte und dennoch sind das wunderbare Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. Um es nicht bloß bei diesen besagten Erinnerungen zu belassen, habe ich beschlossen, endlich mal wieder Urlaub in Griechenland zu machen und da der Freund gerade ein Auslandssemester in Athen macht, habe ich im Zuge eines Besuchs die Gunst der Stunde genutzt, um ein wenig Island Hopping in der Ägäis zu betreiben.

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Unser erster Stopp war Santorini und da war’s so megamäßig superduper, dass wir beim Verlassen der Insel ganz schnell auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Auf die Insel Naxos, unserem zweiten Ziel, sind wir nämlich durch eine Fähre gelangt und die hatte mehr Ähnlichkeiten mit einer Nussschale als mit einem Boot; sprich nichts für flaue Mägen- schon gar nicht, wenn man sich den gesamten Proviant mit dem man genauso gut nach Madagaskar hätt‘ fahren können vor der Abfahrt in seine Figur haut. Nähere Details erspare ich euch hier an dieser Stelle, doch ich hab die gesamte Fahrt wimmernd auf dem Boden verbracht, in der Hoffnung, so schnell wie möglich sterben zu dürfen. Als ich dann tatsächlich lebend auf Naxos angekommen bin, hab ich mich sofort mit dem Gedanken angefreundet, für immer und ewig hier zu bleiben, um die Rückfahrt nicht wieder auf mich nehmen zu müssen und ich muss sagen, so schlimm wär das eigentlich gar nicht gewesen, denn genauso wie Santorini war auch Naxos wunderschön.

Die ersten Tage ließen wir es uns in Naxos-Stadt gut gehen. Wir ließen die Seele baumeln und haben ganz viel gegessen- um den Schock zu verdauen sozusagen. Vor allem das Waffle House, dem wir tagtäglich einen oder mehrere Besuche abgestattet haben, kann ich nur wärmstens empfehlen. Wir spazierten an der Promenade entlang und durch die Altstadt, die abgesehen von ein paar streunenden Katzen und im Wind tanzende Wäscheleinen wie ausgestorben wirkte. Das Meer war frisch, aber nicht kalt; genau richtig, um im Sonnenuntergang ein paar Bahnen zu ziehen. Nach ein paar Tagen haben wir uns ein Mietauto geliehen, um die Insel zu erkunden. Wir fuhren über kurvige, von Kakteen gesäumte Straßen die Küste entlang, erklommen Berge und strawanzten durch idyllische Dörfer. Ich fand alles so schön und konnte dem Drang, im Minutentakt Fotos zu knipsen, nicht nachgeben, worüber der Freund ganz dezent genervt war und mich vermutlich am liebsten kopfüber im Sand vergraben hätte, weil er das Auto alle paar Meter anhalten musste. Doch Orangenbäume, Schafsherden und blaue Kirchtürme, die im Blau des Himmels verschwimmen, machen mich nun mal überglücklich.

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