10 things I did in 2015

Nachdem in den letzten Tagen so ziemlich jeder Blogger von diesem großen weiten Planeten die vergangenen 31.536.000 Sekunden Revue passieren ließ und dabei ganz sentimental geworden ist, habe ich beschlossen, dem Gruppenzwang oder nennen wir es der Tradition zu folgen, denn wann wenn nicht jetzt am Silvesterabend darf man sonst über die letzten Monate philosophieren, dabei ein paar Wehmuts- und Freudentränen vergießen und sich im besten Fall Zauberkräfte wünschen, um die Welt für einen klitzekleinen Augenblick anzuhalten, weil’s so schön war und man das wohlig warme Glücksgefühl, dass sich tief drinnen im Bauch ausbreitet, noch länger spüren möchte, bevor einem am Morgen danach die Realität wieder einholt- sprich geschwollene Augenlieder, ein schier unstillbares Durstgefühl und der große Vorsatz, nie und zwar wirklich nie wieder Alkohol zu sich zu nehmen. Darauf möchte ich hier an dieser Stelle nicht näher eingehen, stattdessen versuche ich jetzt, mich an 10 besondere Ereignisse der letzten Monate zurückzuerinnern ohne aber dabei zu sehr in sentimentale Abgründe zu driften- mein Lidstrich für heute Nacht sitzt nämlich schon.

1. Tansania

Nachdem ich von meinem mehrmonatigen Aufenthalt in Afrika 2014 offensichtlich immer noch nicht genug habe, starte ich das neue Jahr mit einem zweimonatigen Aufenthalt in einem Waisenheim in Tansania. Dort lerne ich nicht nur die 17 weltbesten Kinder lernen, an die ich bis heute jeden Tag denke, sondern durch das Leid, dass ich sehe, lerne ich Dinge, die mein ganzes Leben verändern. Die wichtigste Erkenntnis für mich selbst lautet „Nimm dich nicht so wichtig“. Bevor ich über etwas klage, stelle ich mir seitdem immer zwei Fragen: 1. Ist es in Relation zur ganzen Welt wichtig? 2. Beschäftigt mich diese Sache in einem Jahr immer noch? In fast allen Fällen lassen sich beide Fragen mit einem eindeutigen nein beantworten und ich versuche, die Sache zu vergessen. Durch meinen Tansania Aufenthalt geht meine bisherige naive Vorstellung einer heilen Welt flöten. Der Anschlag auf Charlie Hebdo, das Wüten des IS und die Unverständnis in Bezug zu den Flüchtlingen bestätigten meine neuen Erfahrungen. Die Unmenschlichkeit spornt mich an, besser zu sein als die anderen.

2. Nizza

In Nizza absolviere ich ein Praktikum bei einer französisch/englisch/deutschsprachigen Zeitung und genieße in meiner Freizeit das süße Nichtstun an der wunderbaren Côte d’Azur. Ich denke viel nach, das Alleinsein tut mir unheimlich gut.

3. Piercing

Nachdem ich mit 18 Jahren mein Unterlippenpiercing, das ich mir damals übrigens selbst gestochen hatte, rausgegeben habe, dachte ich, dass ich heraus sei aus dieser Phase. Falsch gedacht: In Nizza will ich von einem auf den anderen Tag unbedingt einen Nasenring und bevor ich es mir anders überlege, sitze ich schon beim Piercer. Immerhin steche ich es mir dieses Mal nicht selbst.

4. Haare

Das Piercing alleine reicht nicht, meinen Drang nach Veränderung zu befriedigen und so sitze ich wenige Wochen später in Wien bei der Friseurin meines Vertrauens, wo ich mich von der Hälfte meiner Haarlänge trenne. So kurz trage ich meine Haare seit meiner Kindheit nicht mehr und so splissfrei ist meine Mähne wohl seitdem auch nicht mehr. Ich mag’s!

5. Roadtrip

Den Sommer verbringe ich mit meinem Freund auf der Iberischen Halbinsel. 5 Wochen lang erkunden wir Spanien und Portugal, leihen uns dann und wann eine Vespa aus, schleckten Unmengen an Eis und schlürften Sangria, erkundeten die atemberaubendsten Strände und die wunderschönsten Städte, löffeln Wassermelone, beobachten den Sonnenuntergang, feiern das Leben und genießen unsere Zweisamkeit.

6. Wien

Anfang September ziehe ich nach über einem Jahr wieder zurück nach Österreich, in die Wohnung meines Freundes in Wien. Obwohl mich das Reisen unheimlich glücklich macht, bin ich froh, endlich wieder einmal ein wenig Alltag zu haben und wieder ganz viel Zeit mit meinem Freund, meiner Familie und all meinen Freunden verbringen zu können.

7. ORF

Der Grund für meine Rückkehr nach Wien ist zum Einen, dass ich kein Geld mehr fürs Reisen habe und zum Anderen, dass ich mein zweites Praktikum beim ORF absolviere. Und zwar bei einer Nachrichtensendung, wo ich vollkommen selbstständig arbeiten darf und spannende Momente hautnah miterleben kann. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich mir vorstellen, für die nächsten Jahr einen Job wie diesen auszuüben.

8. Magisterarbeit

Ab Oktober besuche ich einmal pro Woche einen Kurs auf der Uni, das letzte Seminar meines Studiums. Im Zuge dessen beginne ich mit meiner Magisterarbeit und obwohl ich noch nicht sonderlich weit damit bin, bin ich froh, die Arbeit in Angriff genommen zu haben.

9. Tattoo

Zu meinen drei bisherigen Tattoos gesellt sich nicht nur ein weiteres dazu, sondern sie verdoppeln sich gleich. Soll noch einmal einer behaupten, tätowieren mache nicht süchtig ;-)

10. Reisen

Las but not least noch zu den Reisen, die ich zwischen den oben erwähnten Punkten gemacht habe. Ich möchte keine einzige missen und schätze mich unheimlich glücklich, dass ich so viel von der großen weiten Welt sehen darf. Neben meinen oben angeführten Reisen besuche ich 2015 Berlin, Paris, London, Mailand, Bratislava, Krumau, Interlaken, Turin, Genua, bin auf Sansibar, Ibiza und Formentera und auch mein Heimatland Österreich nehme ich genauer unter die Lupe. Alles in allem habe ich im vergangenen Jahr 10 verschiedene Länder besucht und ich bin jetzt schon irrsinnig gespannt, was ich in genau einem Jahr an dieser Stelle schreiben darf.

Nun aber stürze ich mich in die magische Silvesternacht und wünsche euch allen, dass ihr eure Neujahrsvorsätze vergesst, bevor sie sie euch überhaupt erst vornehmt! Guten Rutsch!

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