exploring lisboa

Im Zuge meines fünfwöchigen Roadtrips quer durch Spanien und Portugal verbrachte ich diese Woche ein paar Tage in Lissabon. Sieben Dinge, die man meines Erachtens in der Hauptstadt Portugals unbedingt machen/sehen/essen/vermeiden sollte, verrate ich euch im Folgenden.1. Lissabon von oben erkunden

Da Lissabon auf sieben Hügeln erbaut wurde (ich bin ja trotz gründlicher Internetrecherche immer noch fest davon überzeugt, dass es eher 70 Hügel sind- mindestens!), könnt ihr euch bestimmt vorstellen, dass man ständig Berg auf und Berg ab geht und demzufolge sehr viel schwitzt und noch mehr keucht. Während ich mich über diese Tatsache anfangs noch nach Luft hechelnd beschwerte, konzentrierte ich mich wenig später auf die zwei positiven Nebeneffekte: Zum Einen ist das der Wunsch eines Knackpos, wegen dem ich immerhin auch einen Bauch-Beine-Po Kurs um gar nicht so wenig Kohle besuche, zum Anderen wird man mit vielen, vielen Aussichtspunkten belohnt, von denen ich einfach nicht genug bekommen konnte, weil jeder einen anderen spektakulären Ausblick auf die 500.000 Einwohnerstadt bietet. Das Schnaufen und Schwitzen lohnt sich also allemal- vor allem zum Castelo de Sao Jorge und Portas do Sol. Eine ebenso sehenswerte Aussicht ermöglicht die 42 Meter hohe Plattform „Elevador de Santa Justa“, zu der man sogar ohne nach Luft japsend gelangt, nämlich mit einem Aufzug. Dieser Ausblick ist jedoch nur empfehlenswert, wenn man nicht an Höhenangst leidet, denn sonst könnte sich in etwa folgendes Szenario abspielen: Panisches Gelächter-Gekreische während man sich dem Geländer nähert, gefolgt von einem Schweißausbruch. Man beschließt schließlich, sich bäuchlings in die Mitte der Plattform zu legen und die Augen zu schließen. Besorgte Menschen, die einem in all erdenklichen Sprachen fragen, ob alles in Ordnung sei und ein sehr, sehr liebenswürdiger Freund, der allen geduldig erklärt, dass die Freundin bloß ein kleines bisschen an Höhenangst leidet. Während ich dann beschlossen habe, sterben zu wollen, nahm er mich ganz fest an beiden Händen und gemeinsam schafften wir es irgendwie, die etwa 30 Treppen bis zum Aufzug zurück zu gelangen. Alle Menschen starrten mich an, manche lachten und fanden es lächerlich, manche fühlten mit mir und obwohl ich schlussendlich von allen gefeiert wurde, als sei ich eine Heldin, hätte ich auf das Ganze liebend gerne verzichtet.

2. Straßenbahn-Nostalgie

Wenn einem das viele Herummarschieren zu viel wird, kann man sich von einem der zahlreichen Tuktuks, das ist ein dreirädriges Motorrad, die ich bislang nur aus Dar Es Salaam kannte, herumkutschieren lassen oder aber von der weltbekannten gelben Straßenbahn. Während ich in Wien die roten Straßenbahnen keines Blickes würdige, knipste ich in Lissabon dutzende Bilder von der dottergelben Bahn, die sich manchmal so nahe an Hauswänden vorbeischlängelt, dass einem ein bisschen bange wird. So eine Straßenbahnfahrt ist ein kleines Abenteuer für sich und beobachtet man die Chauffeure eine Weile, bekommt Geduld eine neue Bedeutung. Diese müssen nämlich manchmal minutenlange warten, weil ein geparktes Auto den Weg versperrt, eine andere Bahn entgegenkommt und nicht an allen Stellen zwei Trams Platz haben oder einfach weil Touristen über die Gassen huschen. Ich würd bei denen gern mal einen Yogakurs machen!

3. Pastel de Nata verzehren

Pastel de Nata, auch Pasteis de Belem genannt, ist ein Blätterteigtörtchen mit Vanillepuddingfüllung. Es wird an fast jeder Straßenecke angeboten, schmeckt vorzüglich und bevor ich abreiste, hab ich etwa ein Kilo Proviant erstanden.

4. Durch das Stadtviertel Alfama flanieren

Der Bairro Alfama zählt zweifellos zu meinen Lieblingsteilen Lissabons. Die Gassen des Stadtviertels sind mit bunten Wäscheleinen verbunden und wenn man die Arme ausstreckt, lassen sich manchmal die Hauswände berühren, so eng sind die Straßen. Rund um das Castelo de Sao Jorge hängen Käfige mit Kanarienvögel und es gibt unzählige Cafés. Viele Haustüren sind azurblau gefärbt und viele Hauswände mit Fliesen geschmückt. Solche Fliesen kann man übrigens genauso wie all erdenklichen Sachen aus Kork in Souvenirläden kaufen.

5. Dinner und Party im Bairro Alto

Der Stadtteil Alto, das Kneipenviertel Lissabons schlechthin, ist an den vielen bunten Wimpeln, die zwischen den engen Gassen gespannt sind, erkennbar. Abends lässt sich supergut essen, bevor Nacht für Nacht bis ins frühe Morgengrauen durchgefeiert wird.

6. Den Fluss Tejo entlangschlendern

Der Fluss Tejo ist mit über 1000 Kilometer das längste Gewässer der Iberischen Halbinsel und mündet in Lissabon im Atlantik. An einigen Stellen lädt ein kleines Sandstrandabschnitt zum Baden ein. Dort wo der Tejo ins Meer mündet, steht der Torre de Belem, wohl eins der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Dieser zählt zu einem der wenigen Sehenswürdigkeiten, die das starke Erdbeben im Jahre 1755 überstanden haben. Etwa drei Kilometer davor steht die prachtvolle Brücke „Ponte 25 de abril“, die an die Golden Gate Bridge erinnert.

7. In der Markthalle essen

Ein Marktbesuch steht bei mir in fast jeder Stadt am Programm. In Lissabon kann ich euch den Mercado de Ribeira sehr ans Herz legen. Während in einem Gebäude ein gewöhnlicher Handel mit Gemüse, Fisch und Co. stattfindet, gibt’s in der angrenzenden Markthalle Sushi, Eis und viele portugiesische Köstlichkeiten.

Last but not least hab ich noch ein paar Lokaltipps für euch, die ich allesamt getestet und für sehr gut empfunden habe:

Noobaii Café, Pois Café, La fabbrica della felicita, Delta Café

3 Kommentare

  1. Avatar 17.08.2015 / 7:06 pm

    Wie immer macht dein Post absolutes Fernweh ;-) Lissabon steht auf meiner Reise-Liste ganz oben, ich hoffe ich schaff es bald.
    Viel Spaß noch bei eurem Roadtrip!

    • Carina
      Carina
      Autor
      20.08.2015 / 9:46 am

      Ich drück dir die Daumen, dass es ganz bald mit einer Lissabon-Reise klappt :)
      Danke! Heute ist schon unser letzter Tag :(
      LG Carina

  2. Avatar 13.09.2015 / 12:50 pm

    Wie lustig, wir haben uns teilweise ganz andere Dinge angeschaut als ihr :D Wohl aber auch deshalb, weil unsere Zeit so super knapp war. Unser Tuk Tuk Fahrer Manuel (Tuk Tuks habe ich noch nie zuvor benutzt, aber ich glaube, das war das lustigste Fortbewegungsmittel, in dem ich jemals war!) hat uns übrigens erklärt, dass die bunten Fähnchen in den kleinen Gassen eigentlich nicht das ganze Jahr hängen sollten, sondern von nem Volksfest im Juni stammen. Es nimmt sie einfach niemand ab. ;)

    Liebe Grüße
    Sabrina von WHAT PIXIES WEAR

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