off to tanzania #überdenwolken

Ich sitze Mal wieder im Flugzeug. Schön langsam wird es echt zur Routine und ich bin gar nicht mehr aufgeregt. Dafür bin ich hundemüde, denn natürlich bin ich nach dem Verfassen des letzten Blogposts nicht sofort schlafen gegangen. Denn -wie könnte es anders sein- gab es wieder Mal ein kleines Drama und zwar war ganz plötzlich mein Reisepass verschollen. Ich räumte meinen fein säuberlich gepackten Koffer aus und wieder ein und nochmal aus, doch der Reisepass war wie vom Erdboden verschluckt. Zumindest bis zu dem Moment, als ich ihn -während ich mich im Internet über Notreisepässe informierte- am Schreibtisch fand. So typisch ich! Wär ja sonst langweilig… Apropos hundemüde: Am Flughafen heulte ich wieder Mal wie ein Schlosshund, oder besser gesagt wie ein Dackel oder ein Chihuahua. Es spielten sich ähnliche Szenerien wie vor ziemlich genau fünf Monaten ab und wieder einmal schworen wir uns aufs Neue, dass wir in Zukunft abgesehen von Kurzurlauben nur mehr gemeinsam verreisen. Aber irgendwie glaub ich’s ja selbst nicht, denn mein Köpfchen schmiedet schon wieder fleißig streng geheime Pläne für die nächsten Monate. Nun ja, ich sitze wie gesagt gerade im Flugzeug, habe geschwollene Augen, dufte nach Chanel, Gucci und Prada (entscheidungsfreudig war ich noch nie) und freue mich auf die kommenden zwei Monate. Wie werden die Kinder im Waisenheim sein? Ist die Betreuerin nett? Wie wird das Dorf sein? Muss ich Kühe melken? Und Wasser vom Brunnen holen? Wird die Luftfeuchtigkeit sehr hoch sein? Gibt es dort asphaltierte Straßen, Supermärkte, Internet, wilde Tiere und Süßigkeiten? (hoffentlich gibt es keine Süßigkeiten, denn in den letzten Wochen habe ich definitiv zu viele ungesunde Tage eingelegt) Wie wird mein Zimmer aussehen? Werde ich überhaupt ein eigenes Zimmer haben? Fragen über Fragen, die sich ganz bald beantworten werden. Ich bin so aufgeregt! Die Betreuerin schien vom E-Mail Kontakt her unglaublich nett zu sein. Sie ist 74, pensionierte Ärztin und kommt ursprünglich aus Amerika. Vor 10 Jahren beschloss sie, ein Waisenhaus mit 15 Kindern in Tansania aufzubauen- wirklich bewundernswert! Ach ja und sie schrieb mir, dass ich die Antwort auf ihre Gebete sei, denn sie flehte zu Gott, dass er ihr Hilfe schicken sollte. Ich bin zwar nicht gläubig (zumindest nicht in dem Sinn, denn natürlich glaube ich an Dinge, wie beispielsweise an mich, an die mir wichtigen Menschen und an die Liebe), gerührt bin ich dennoch. Sodala, nun gibt es essen (zum Nachtisch gibt’s Eis, leckerschmecker!). Auf Rotwein werde ich heute definitiv verzichten, denn beim letzten Flug endete die Hälfte des Weins auf meinem T-Shirt, sodass es wirkte, als hätte ich jemanden ermordet. Würde mir dasselbe wieder passieren, würde das mit dem Visum vermutlich eine schwierige Angelegenheit werden. Mahlzeit, bussi und ganz viel Love, eure Caro Caramel (sorry, die Höhenluft tut mir offensichtlich nicht gut)

PS: Irgendwann möchte ich unbedingt Silvester vom Flugzeug aus erleben. Sieht man dann dank den verschiedenen Zeitzonen mehrere Feuerwerke?

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